Storyline 01
Ich bin 30 Jahre alt, habe etwas Geld und lebe in Los Angeles. Ich habe ein nettes Appartement nahe dem Rodeo Drive. Ich war mal kurz davor für ein paar Millionen eine Villa in den üblichen Vierteln á la Beverly Hills und Bel Air auszugeben. Aber dort ist es einfach nur öde. Es ist so ruhig. Sicherlich nett, wenn man eine Familie hat, aber davon bin ich ziemlich weit entfernt. Beziehungsweise tue ich alles was Nachwuchs verhindert – notfalls verzichte ich auch auf Sex. Ich bin eben kein Familienmensch. Egal, ich hab ein cooles Appartement und sogar einen Pool. Wer braucht da schon eine Villa. Na gut, den Pool muss ich mir teilen, und statt eines süssen Pool-Boy haben wir eine Reinungsfirma. Nichts gegen die Kerle, die immer sehr höflich sind, aber mit einem Pool-Boy können sie es nicht aufnehmen. Aber ich wohne ja auch nicht wegen dem Pool da. Wann war ich überhaupt mal im Pool? Hmm, muss schon eine ganze Weile her sein… Eigentlich war ich noch nie im Pool. Wenn ich wieder mehr Zeit habe, muß ich das unbedingt ändern. Warum wohne ich denn sonst da? Achja, weil es dort nicht so öde ist. Ich brauche, die Geräuschkulisse. Kennt Ihr das auch, wenn man bei totaler Stille nicht einschlafen kann? Ich liege dann stundenlang wach… Bis ich mir einen Film oder eine CD anmache und eingeschlafen bin, bevor das Intro zuende ist. Gut wäre, über eine wilde Party, könnte ich auch nicht einschlafen. Das wäre mir auch zu laut. Aber das kann mir zum Glück nicht passieren, da es eine Penthouse ist.
Als ich es gesehen habe, war ich total hingerissen. Ich habe ein riesiges Schlafzimmer, ein Bad mit einem Whirlpool – und hier sass ich schon drin – und mit einem atemberaubenden Blick auf L.A., einen begehbaren Kleiderschrank (auf den hab ich mich am meisten gefreut), eine wahnsinns Hightech-Küche, die mich ein Vermögen gekostet hat und bis dato – hmm – dreimal genutzt wurde? Ich muss unbedingt mehr kochen… Ist ja nicht so schwierig. Und ich schweife schon wieder ab… Wo war ich? Achja, die Küche. Also die ist wirklich toll. Mit einer Kochinsel und einem riesigen Kühlschrank mit integrierter Eiswürfelmaschine. Einfach nur schick… Hm, dann natürlich noch ein Wohnzimmer und ich hab sogar mein eigenes Fitness-Studio zuhause. Ich mag nämlich nicht so gerne ins Fitness-Studio… Und einen Trainer habe ich auch nicht. Warum sollte ich jemanden bezahlen, der mir in den Hintern tritt, damit ich mich bewege. Gut, hätte ich so einen, wäre ich sicherlich noch fitter. Aber bitte, ich möchte leben… Das wollen wir doch alle, oder nicht?
Gut, zurück zur Wohnung. Ich habe sie komplett neu eingerichtet. Jetzt hat die Wohnung Charme und Stil. Richtig europäisch. Nichts gegen Amerikaner – aber bitte. Woher haben Sie bloß ihren furchtbaren Geschmack. Einfach nur prollig. Mein Vorgänger hatte tatsächlich güldene Wasserhähne. Ist das nicht furchtbar und einfach nur out? Ich habe sie gegen schicke Amaturen aus Chrom austauschen lassen. Ich will in einer Wohnung leben, nicht in einem goldenen Käfig. Den Tierkadaver in Form eines Zebras und einem Bär habe ich entfernen lassen. In welcher Zeit leben wir bitte, dass wir soetwas noch brauchen? Und mal ganz im Ernst, wer träumt denn noch von inngen Sex vor dem Kamin auf einem toten Tier? Das ist doch nur pervers… Ich schweife schon wieder ab… Sorry.
) Also, in dieser Wohnung waren also einige Sachen, die manchen Leuten Wohlstand symbolisieren soll. Ich finde so etwas nur dekadent. Die chinesische Vase habe ich allerdings behalten. Die ist so kitschig, dass sie schon wieder wunderschön ist. Und die macht sich wunderbar auf meinem neuen Regal von einer schwedischen Firma. Will ja jetzt keine Schleichwerbung machen, aber die vier Buchstaben kennt wohl jeder. Ich habe einiges von den Schweden in meiner Wohnung. Ich bastel einfach gern. Mein Prunkstück ist allerdings mein Sofa. Ein echtes Designer-Meisterwerk in einem eleganten rot. Auf der kann man sich das so wunderbar gemütlich machen und auch zu zweit richtig kuscheln. Letzteres erfährt mein Sofa allerdings nicht so häufig. Schade eigentlich. Naja, aber mit ein paar Decken ist es einfach herrlich. Hmm, ich glaube, dorthin werde ich mich jetzt auch verabschieden. Also, macht es Euch auch gemütlich. Das nächste Mal erzähle ich Euch von Sam. Seid also gespannt.
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Fortsetzung folgt…
